Moscow City Symphony
Russian Philharmonic

Die russischen Musikgäste landeten einen Volltreffer

Издание: 
Nachrichten.at
Дата публикации: 
29 March, 2013

Die OÖNachrichten präsentierten das Moskauer Sinfonieorchester - Russische Philharmonie

Das hervorragende Moskauer Sinfonieorchester - Russische Philharmonie spielte am Mittwoch im Linzer Brucknerhaus unter dem sorgfältig führenden Chefdirigenten Dmitri Jurowski Fixpunkte aus dem publikumswirksamen russischen Repertoire des 19. Jahrhunderts und berücksichtigte dabei die Gattungen Konzert, Ballettmusik und Symphonie.

Der Klangkörper beeindruckte mit Schlüsselwerken von Peter Iljitsch Tschaikowsky und Nikolai Rimski-Korsakow in einer adäquaten Interpretation. Er verfügt über eine staunenswerte technische Brillanz und Präzision und versteht es, eine große Bandbreite von Ausdrucksvarianten zu vermitteln.

Die klang- und farbenfreudige symphonische Suite „Scheherazade“ von Rimski-Korsakow zeigte das sehr disziplinierte, klangschöne und schattenreiche Spiel, wenn nötig auch mit mächtigen Klängen. Dazu kommen noch die sehr durchsichtige Zeichnung bei den instrumentalen Linien und die satte Klanggestaltung vor allem bei den Streichern. Besonders sind die Bläser bei den virtuosen Passagen hervorzuheben. Die herrlichen Konzertmeister-Soli scheinen gleichsam durch den Saal zu schweben.

Cello-Meister Roldugin

Die „Variationen über ein Rokoko-Thema“ von Tschaikowsky bot das Orchester mit nobler Zurückhaltung dar. Sie gelangen ganz im Sinn von subtiler Kammermusik, wobei der Solist Sergej Roldugin als Meister des Pianos seinen Cello-Part mit staunenswerter Virtuosität und Brillanz gleich einer Meditation ausgekostet hat.

Tschaikowskys Symphonie Nr. 4 wurde durchsichtig und überaus plastisch, jedoch mit sparsamen Portionen an Emotionellem wiedergegeben. Jeder der vier Sätze bekam sein eigenes Profil, ohne den großen Zusammenhang zu stören.

Die Ecksätze offenbarten sich in festem Zupacken, wobei das Herausarbeiten der mächtig schmetternden Blechbläser-Passagen oft das ganze musikalische Geschehen überhöhte und so unmittelbar beeindruckte. Der langsame Satz wirkte wie traumverloren. Das Pizzicato des dritten Satzes glich einem Gedicht und hatte den Ausdruck einer Spukgeschichte.

Auf den tosenden Beifall folgte als Zugabe die temperamentvolle Ouvertüre „Russlan und Ljudmila“ aus 1838/41 von Michael Glinka. Die Wiedergabe war im Tempo arg überdreht, die der Musik innewohnende Wirkung stellte sich dadurch nur bedingt ein. Schade.

Franz Zamazal

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